Nie mehr ETI

Nie mehr ETI

Es ist zweifelsohne ein Luxus, mitten im kalten Winter in die Sonne Ägyptens fliegen zu können und in die bunte Unterwasserwelt abzutauchen. Ein scheinbar tolles Angebot dazu bekam ich von ETI, die als ein “Katalog-Highlight” extra hervorhoben “Schnorcheln direkt am vorgelagerten Korallenriff” und mit “2 x pro Woche 1 Stunde geführte Schnorcheltour” warben. Das alles erlebbar im Port Ghalib Resort in Marsa Alam vermittelt über die Urlaubspiraten.
Leider folgte vor Ort die Ernüchterung. Denn das Jetty, also der hauseigene Steg, um ins Meer und ans Riff zu gelangen, war, wie die Fotos eindrücklich zeigen eine marode Baustelle und damit fielen dann auch gleich noch die angekündigten Schnorcheltouren ins Wasser.
Leider war das auch noch nicht alles, was verärgerte. In der an sich wirklich schönen Hotelanlage lief tagsüber und vor allem auch nachts extrem laute Musik. Natürlich ist nichts gegen eine Abendanimation oder Show einzuwenden, aber wenn ein Hotel zur dauerlärmenden Partymeile verkommt, in der gleichförmig hämmernde Bässe vehement die Erholung und vor allem die Nachtruhe stören, dann müsste das doch dem Kunden im Zuge der Buchung kommuniziert werden – oder?
Hier aber konnten weder die mehrfachen nächtlichen Anrufe an der Rezeption noch die Gespräche mit der Hotelleitung noch die Beschwerden an den Reiseveranstalter Abhilfe schaffen.
Und nur nebenbei sei noch erwähnt, dass das Reiseangebot mitten im Textblock unter “All-inclusive” allerdings nur mit einem unscheinbaren “nicht” bemerkte, dass Säfte im “All-inclusive” nicht enthalten sind. Wobei sich die Frage stellt, wieso alkoholische Getränke in Massen frei konsumiert sind, während Säfte in Rechnung gestellt werden?
Wie auch immer, bemerkenswert dann die Reaktion von ETI im Nachgang auf die Beschwerden. Dort meldet sich dann ein Rechtsanwalt und Justiziar, der angibt, 25 Jahre Erfahrung im Reiserecht zu haben und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht e.V. zu sein und streitet schlicht alle Beschwerden ab, nach dem Motto: Nicht das marode Jetty habe das Schnorcheln verhindert, sondern die unruhige See mit roter Flagge. Und pointiert mit, man habe es (angeblich) versäumt, vor Ort die Mängel zu rügen. Das alles, wider besseres Wissen, denn die Fotos und der Mailverkehr mit dem Hotel wurden im Zuge der Beschwerden übermittelt.
So etwas macht mich natürlich hellhörig und weckt meinen journalistischen Instinkt und plötzlich bemerke ich auch das, was unter der Signatur des Justiziars steht:

**Hinweis Kontaktdaten Schlichtungsstelle:
Allgemeine Verbraucherschlichtungsstelle des Zentrums für Schlichtung e.V., Straßburger Str. 8, 77694 Kehl, www.verbraucher-schlichter.de
Wir bitten um Verständnis, dass wir zu diesem Hinweis gesetzlich verpflichtet sind, obwohl ETI an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle nicht teilnimmt.

Ich fasse den vorläufigen Stand zusammen: ETI nimmt -zumindest meine- Kundenbeschwerden nicht ernst und bestreitet dabei offensichtliche Tatsachen. ETI verweigert sich zudem der Regulierung über eine Schlichtungsstelle. Womöglich alles gezielte Hürden, um den Kunden abzuwehren und einen Schadensausgleich oder Kulanz zu verweigern.
Über ETI werde ich wohl keine Reise mehr buchen und bin ansonsten gespannt, was ich noch über die Deutschen Gesellschaft für Reiserecht und ähnliche Anlaufstellen zum Thema herausfinden kann. Jetzt aber fahre ich erstmal an die Ostsee nach Rügen, um frische Luft zu schnappen. 🙂