Natur-Wirtschaft lohnt sich

Land und Landschaft sind vor allem bei uns im dicht besiedelten Deutschland ein kostbares Gut, das unterschiedliche Interessenten auf den Plan ruft: Da ist das Gastgewerbe, das die touristische Vermarktung im Blick hat. Da sind die Bauern, die gern ihre Landwirtschaft betreiben möchten. Und dann ist da auch die Industrie und Immobilienbranche, die investieren und bauen wollen. Naja, und dann gibt es noch die, die die Landschaft als wertvollen Lebensraum vor allem für bedrohte Arten erhalten möchten.

Der Biotop-Verbund Konstanz und Bodensee hat nun gezeigt, dass es möglich ist, diesen diversen Interessen gerecht zu werden und dennoch einmalige Landschaften zu erhalten, die Mensch und Tier gleichermaßen gut tun. Für dieses Engagement haben deshalb die jeweiligen Landräte den “Heinz Sielmann Ehrenpreis 2017” erhalten – just in dem Jahr, in dem “100 Jahre Heinz Sielmann” begangen werden, der 1917 geboren wurde und schon von Kindesbeinen an die Natur als sein Refugium entdeckte, lieber Vögel beobachtete als zur Schule zu gehen und aus dem späterhin einer der berühmtesten Tierfilmer der Welt wurde (s. “Expeditionen ins Tierreich” mehr über wikipedia.org).

Das Naturkundemuseum Berlin ehrt ihn und sein Lebenswerk noch bis Ende März 2018 mit einer Sonderausstellung (mehr über www.sielmann-stiftung.de). Dazu gehört natürlich auch Inge Sielmann, die “Grande Dame des Naturschutzes”, die über sechs Jahrzehnte an der Seite ihres Mannes lebte und aktiv mitwirkte und noch heute die gleichnamige Stiftung im Auge behält (mehr über www.sielmann-stiftung.de). Es war mir eine besondere Freude, mit der inzwischen 87jähirgen und noch äußerst munteren Dame ins Gespräch zu kommen. Dabei betonte sie, wie wichtig es ist, schon von klein an mit der Natur in Berührung zu kommen, denn was ich kenne und lieben lerne, schütze ich. Am Tag zuvor hatte Inge Sielmann übrigens gerade den “Deutschen Umweltpreis” erhalten für ihr Engagement zum “Grünen Band”, dem ehemaligen Grenzgebiet zwischen Ost- und Westdeutschland (mehr über www.dbu.de).

Das Artensterben findet noch immer in großem Ausmaß statt und der Klimawandel bedroht unsere Lebensräume – von daher ist Naturschutz wichtiger denn je und zahlt sich am Ende vielfach aus. In dem, was erhalten bleibt und dem, was nicht zerstört wird und dann auch nicht mühsam und kostenträchtig wieder aufgebaut werden muss.

Trotz dieser ernsten Inhalte war die Preisverleihung in der Eingangshalle des Naturkundemuseums in Berlin mitten unter den Giganten unserer Vorzeit auch eine vergnügliche Angelegenheit und nicht zuletzt Inge Sielmann hatte nach Beendigung des offiziellen Teils noch eine, mich amüsierende Frage unter Frauen: Nämlich, wie das mit den Feinstrumpfhosen heute so sei, ob da immer noch die Maschen laufen und wie teuer diese aktuell wären. Dies sei ihr nicht mehr bekannt, da sie in ihrem hohen Alter nur noch Hosen trage. Was daran beeindruckt ist die Tatsache, dass die “Grande Dame” auch mit fast 90 noch neugierig ist und am Alltag anderer interessiert.