Moderation zur Zukunft von “Stadt und Land”

Moderation zur Zukunft von „Stadt und Land“

Foto © Milena Schlösser

Auch in diesem Jahre konnte ich wieder den Bundeskongress „Nationale Stadtentwicklungspolitik“ moderieren, zu dem erneut an die 1.500 Gäste aus dem In- und Ausland kamen. Diesmal fand er in Stuttgart statt auf dem Gelände der „Wagenhallen“, wo vor 100 Jahren noch Eisenbahner mit ihren Familien lebten und Lokomotiven gewartet wurden. Inzwischen verpachtet die Stadt das sanierte Areal an Kreative und Künstler, es ist sozusagen ein „Kulturschutzgebiet“ (https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.was-passiert-eigentlich-bei-den-wagenhallen-im-kulturschutzgebiet.b27cc719-c1fc-411e-8918-1e01e7a9c5b9.html) mitten in der europäischen Metropolregion Baden-Württemberg, wo alle Herausforderungen unserer Zeit spürbar sind: bezahlbarer Wohnraum, Erschließung von Bauland – kurz: die sozialverträgliche, ökologische und ökonomisch sinnvolle Gestaltung von Stadt und Land.

„Smart, solidarisch, resilient“ – war dann auch das Motto des diesjährigen Kongresses. Bundesminister Horst Seehofer, seit 2018 auch zuständig für Bau und Heimat, konnte zwar nicht kommen, weil er sich in Berlin um`s Klima kümmern musste, er wurde aber kompetent vertreten durch die äußerst fachkundige Staatssekretärin Anne Katrin Bohle, die den Bundeskongress seit Jahren kennt. Winfried Kretschmann, nunmehr schon seit 2011 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, präsentiere durchaus stolz, was im Ländle alles gelungen sei. Der erste von den Grünen gestellte Ministerpräsident vereint ja so und so auf besondere Weise grünes und konservatives Gedankengut. Und auch der Gastgeber, Fritz Kuhn, ebenfalls Grüner und seit 2013 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, die sich von der autogerechten zur Klimaschutz-Stadt entwickeln soll, wirkte recht zufrieden.

Demografischer, digitaler und globaler Wandel – Mobilität, Wohnen, Arbeiten und Leben – gesellschaftlicher Zusammenhalt und gleichwertige Lebensverhältnisse, ob nun im Wachsen oder Schrumpfen, all das sind

Querschnittsaufgaben, die Bund, Länder und Kommunen nur gemeinsam lösen können. Und weil Deutschland keine Insel ist, braucht es natürlich auch den Zusammengang mit der EU, wobei Deutschland im nächsten Jahre die Ratspräsidentschaft übernehmen wird. Die Stichworte hier: „Urbane Agenda“ und „Leipzig-Charta 2.0“.

Zu den Lichtgestalten des Kongresses gehörten am Ende nicht nur der kleine und  große DUNDU, die in den Abend hinein leuchteten und uns alle verzauberten (http://dundu.eu/). Eine weitere Lichtgestalt war auch der Umwelt- und Klimapolitiker, Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, der zeigte, wo wir weltweit stehen und dass „Wir“ jetzt dran sind, wenn wir die Welt und die Demokratie nicht dem kapitalistischen oder rechtsradikalen Raubrittertum preisgeben wollen.

Und wie geht`s weiter? Das war die Frage, die ich am Ende mit Monika Thomas, Abteilungsleiterin Stadtentwicklung, Wohnen im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt der Landeshauptstadt Stuttgart resümieren konnte.

Einer der kommenden Höhepunkte dabei die Ausstellung „Living the City“, die 2020 in der ehemaligen Passagierhalle des früheren Flughafens Tempelhof in Berlin zu sehen sein wird. Mir war es wieder ein Vergnügen, den Kongress zu moderieren und das vielfache Lob für meine mehrtägige Moderation ist mir eine Ehre.