Gipfeltreffen der Umweltwirtschaft

Foto © Vanessa Leissring

Wenn sowohl das Umwelt- als auch das Wirtschaftsministerium bei einer Veranstaltung mit Reden und Impulsen zur Podiumsdiskussion vertreten sind, dann zeigt das, wie wichtig das Thema Umweltwirtschaft inzwischen ist. Ökonomie und Ökologie schließen sich nicht mehr aus, sondern sind zusammen DER Wachstumstreiber und Beschäftigungsmotor, wobei wirtschaftliches Wachstum verbunden wird mit einem schonenden Umgang mit allen Ressourcen. Es geht dabei um Produktion, um die Verbraucher und ebenso die Rückführung von Wertstoffen in den Wirtschaftskreislauf.
Bei den beiden Kongresstagen in Essen unter dem Motto „Summit Umweltwirtschaft“ stand aber auch im Vordergrund, wie die Digitalisierung in der Umweltwirtschaft angewendet werden kann und welche Marktchancen und Innovationspotentiale es gibt. Die Digitalisierung ist dabei ein Querschnittsthema mit hoher Dynamik, das sowohl Industrie und Verkehr wie auch Landwirtschaft und Entsorgung, aber auch Gewässer und Bodenschutz betrifft.
Zunächst begrüßte natürlich Gastgeber Oliver Kurth, Geschäftsführer der Messe Essen und Kooperationspartner des „Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW“ uns alle in dem wunderbar hellfreundlichen Foyer.
Gefolgt von Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, die ja auch Sitz der GreenTech Ruhr ist, ein gefördertes Projekt zur Stärkung der Umweltwirtschaft mit über 100 Kooperationspartnern.
Dann eröffnete Ministerin Ursula Heinen-Esser offiziell und dabei recht launig die beiden Tage zu den Highlights der Umweltwirtschaft, wobei auch das wichtige Thema „Fachkräftesicherung“ Erwähnung fand.
Unter der Überschrift „Nachhaltigkeit als Innovationstreiber – Anforderungen an Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft“ kamen dann Martin Faulstich, Professor für Umwelt- und Energietechnik an der Technischen Universität Clausthal und Direktor des „Instituts für die Zukunft der Industriegesellschaft“ zu Wort wie auch Prof. Dr. Dr.  Hans-Christian Berg, früher beim Softwarehersteller SAP zuständig für das Thema Nachhaltigkeit und jetzt lehrend an verschiedenen Universitäten sowie aktiv im Präsidium des CLUB OF ROME.
Klar wurde: Nachhaltigkeit bedeutet, die drängenden Zukunftsaufgaben integrativ zu behandeln und die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Faktoren gemeinsam zu bearbeiten. Und es braucht eine Balance zwischen kurzfristiger Konkurrenzfähigkeit und einer langfristigen Perspektive, die auch die künftige Rendite sichert.
Damit auch der Nachwuchs nicht zu kurz kommt, fand sowohl ein Pitching von fünf Start-ups aus der Umweltwirtschaft statt, die innovative Unternehmensideen präsentierten als auch ein Casting von Nachwuchskräften.
Unter dem Titel „Chancen und Risiken der Digitalisierung“ sprachen dann am zweiten Tag die Staatssekretäre, Dr. Heinrich Bottermann und Christoph Dammermann. Ergänzt durch spannende Vorträge von Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, langjähriger Präsident der Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und Karl-Heinz Land, Visionär und Kopf einer Digital- und Strategieberatung, der gerade das Buch „Erde 5.0 – Die Zukunft provozieren“ veröffentlicht hat.
Die Kernbotschaften: Veränderungen werden exponentiell schnell von statten gehen. So langsam wie heute sind wir nie mehr. Sie werden jeden Lebensbereich betreffen (Gesellschaft–Umwelt–Privat–Geschäftlich–Sozial–Ökologisch–Ökonomisch).Technologie ist zwar oft das Problem – aber auch die Lösung! Die Zukunft fordert uns heraus, wir sollten aber auch Lust auf Zukunft entwickeln.
Beeindruckend auch das Schlussbild einer Präsentation dazu, auf dem ein Wettlauf zu sehen war mit der Unterzeile: Vorn ist mir zu weit hinten!

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