Blog Zukunft von Unternehmen

Quelle Fotos: IHK Chemnitz

 

Moderation zur Zukunft von Unternehmen

Wenn IHK (Industrie- und Handelskammer) und HWK (Handwerkskammer) und der Wirtschaftsminister zusammen bei einer Veranstaltung mitwirken, dann muss es um das Wohl und Wehe der Wirtschaft im Lande gehen, das vor allem in Ostdeutschland von vielen kleinen und mittleren Unternehmen abhängt. Sie sind das berühmte „Rückgrat“ oder der „Motor“ von Wohlstand und Einkommen, weil sie zum Beispiel Arbeitsplätze schaffen oder erhalten und damit zur Blüte eines Wirtschaftsstandortes beitragen – so auch in Sachsen. Vor rund 30 Jahren als die Mauer fiel und die ökonomisch nicht sehr erfolgreiche Planwirtschaft ein Ende fand, nutzten viele Geschäftstüchtige oder Risikobereite die Chance, eine Firma aufzubauen. Nun gilt es, diese in neue Hände zu übergeben. Ein Prozess, der gut und gerne mehrere Jahre in Anspruch nimmt und somit in seiner Tragweite nicht zu unterschätzen ist.

Hier Aufklärung und Unterstützung zu bieten, war das Anliegen der  Auftaktveranstaltung der „Aktionstage Unternehmensnachfolge 2019“, die ich moderieren durfte.

Die Suche nach dem Menschen, dem man die Zukunft der eigenen Firma anvertrauen möchte, gehört zu den emotionalsten und umfassendsten Aufgaben in einem Unternehmerleben, die bis zur Herausforderung reicht, auch den eigenen Lebensweg nach der erfolgten Übergabe neu zu planen.

Zunächst sprach ich darüber mit Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz sowie Markus Winkelströter, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Chemnitz über solche Fragen wie: Welchen Beitrag können die Kammern und das Ministerium leisten? Wie stehen die Unternehmen in Sachsen da? Wie zukunftssicher sind sie? Was sind die größten Herausforderungen des nationalen und internationalen Marktes?

Klar wurde, eine Unternehmensnachfolge anzutreten, kann auch eine interessante Variante der Existenzgründung sein. Die Aufbauarbeit wurde bereits geleistet, der Gründer kann sich dann um Wachstum und Optimierung des Betriebes kümmern.

Doch das alles will gut geplant sein und es lohnt, auch in guten Tagen schon an den Notfall zu denken und Vorsorge zu treffen, wie Passwörter zu hinterlegen oder Kontenvollmachten auszustellen.

Impulse dazu setze dann auch Dr. Frank Halter, Gründungs– und Geschäftsleitungsmitglied des „Center for Family Business“ der Uni St. Gallen und in der Geschäftsleitung des Schweizerischen Instituts für Klein- und Mittelunternehmen.

Er hat in den letzten Jahren regelmäßig Familien im Rahmen ihrer Nachfolgeprozesse begleitet und wusste von dem ein oder anderen besonderen Erlebnis zu berichten, zum Beispiel wie Vater und Sohn über Jahre hinweg um die Frage der Nachfolge miteinander rangen und als der Entschluss des Juniors fiel, diese anzutreten, war zugleich auch organisiert, dass dies von einem Mediationsprozess oder Therapeuten begleitet werden muss, weil die familiären Verstrickungen sonst zu verheerenden Zerwürfnissen hätten führen können.

In der Podiumsdiskussion ging es dann froh und munter zu als die Nachfolge-Unternehmer Pierre Beer, Geschäftsführer GETT Gerätetechnik GmbH (firmeninterne Übernahme mit zwei Partnern) und
Jens Rößler, Geschäftsführer der WIR electronic GmbH
(firmenexterne Übernahme, Kauf) sowie Carolin Kaubisch, Augenoptikerin und in dritter Generation nun Geschäftsführerin von Optiker Meise GmbH (familieninterne Übernahme) von ihren Erlebnissen und Lernkurven berichteten.

Wie haben sie sich auf die Nachfolge vorbereitet? Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen? Wie haben die Mitarbeiter reagiert?  – das waren hier die Fragen.

Schlussendlich ging es noch darum, den Wettbewerb um den Sächsischen Meilenstein für erfolgreiche Unternehmensnachfolge auszuloben, was Markus Michalow,Geschäftsführer der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen übernahm.

Es war ein rundum gelungener Abend und eine große Freude, diese Veranstaltung zu moderieren, über die auch das Sachsenfernsehen berichtete: https://www.sachsen-fernsehen.de/unternehmensnachfolge-immer-schwieriger-627037/.