Wenn Wirtschaft auf Kunst trifft

Das „MUCA“ in München ist das erste Museum in Deutschland, das sich der zeitgenössischen „UrbanArt“ und noch jungen Kunstform der „StreetArt“ widmet und war in diesem Sommer zugleich faszinierender Veranstaltungsort für die Münchner Kongress Allianz und ihren 28. „Prof-Treff“. „Charakter zeigen“ war dieses Jahr das Motto, etwas, das Businessleute und Künstler verbindet, aber insbesondere im Wahljahr auch Bürger und Politiker, denn in einer Zeit, in der die Welt aus den Fugen zu geraten droht, kann man sich nicht einfach fügen.

Alle Sinne wurden an diesem Abend des charaktervollen Genusses berührt, beginnend mit dem Multi-Instrumentalisten Rico Loop aus Berlin, weiter geführt mit Redeimpulsen des für Tourismus zuständigen Leiters des Referates „Arbeit und Wirtschaft“ und Bürgermeisters der Stadt München, Josef Schmid, sowie von Andrea Bisping, Leiterin des „Internationalen Congress Center“ München direkt am internationalen Flughafen bis hin zu einer beeindruckenden Tanzperformance des „Dance Theater of Munich“, ein multikulturelles Ensemble, das Wurzeln in Brasilien, Dänemark und Österreich hat und deshalb auch den Zusammenklang von Individualität und Unterschiedlichkeit oder Einheit in der Vielfalt ausdrücken will.

Es war ein Event in flirrend kreativer Atmosphäre und durchzogen mit einem exotischen und dennoch bayerisch-bodenständigen Flying Buffet mit mehreren gastronomischen Höhepunkten.

Stolz präsentierte dann auch Christian Utz, Inhaber des MUCA, seine Philosophie und seine Visionen zum Haus, das einst ein Umspannwerk war und jetzt Werke aus dem Bereich der „Calligraffiti“ beherbergt – also Schriftkunst, bei der sich Worte in eine Bildsprache verwandeln, die dechiffriert werden muss und die sich -wie so vieles in unserer hochkomplexen und global ausgerichteten Zeit- einer einfachen Lesbarkeit und Verstehbarkeit verweigert. Handschrift ist gerade im Digitalzeitalter, in dem sie als persönliche Art der Mitteilung zu verschwinden droht, ein wertvoller Botschafter – Aktionskünstler vor Ort war Stohead mit „La mort d‘ écriture“.

Diese Moderation unmittelbar vor meiner Sommerpause chanchierend zwischen Wirtschaft und Kultur, Wissenschaft und Kunst sowie Business und Genuss hat mir besonders viel Freude gemacht.