Moderation zwischen Vergangenheit und Zukunft

Fotos © DBU

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal auf Usedom war. Es muss lange her sein.
Eine Moderation für die „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“ (DBU) gab nun den Anlass.
Peenemünde, wo die Veranstaltung stattfand, hat eine wechselvolle Geschichte. Einst einsames Fischerdorf entdeckten es die Nazis nicht zuletzt aufgrund der wenig besiedelten Landschaft als Raketenversuchsanlage und bauten eine ganze Siedlung darum, wo leider auch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge zum Einsatz kamen. So schrieb der Ort -trotz Weltabgeschiedenheit- Weltgeschichte. Während der DDR-Zeit blieb es militärisches Gebiet bis zur Wiedervereinigung. Dann war der Kalte Krieg vorbei – was also mit diesem Gelände machen?
Zum einen ist es ein wichtiges Denkmal der Industriekultur (ein Besuch im Historisch-Technischen Museum lohnt sich), zum anderen gehört es zum politischen und kulturhistorischen Erbe Deutschlands. Aber auch die Natur hat sich die Flächen wieder zurückgeholt, nachdem sie nicht mehr genutzt wurden. Und so ist es auch eine Denkmal-Landschaft.
Wie nun mit all dem umgehen, war die Frage, die in Vorträgen und Diskussionen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wurde. Dabei unter anderem der ehemalige Leiter des Bundespräsidialamtes, David Gill, der zu DDR-Zeiten mal mit einer Klempnerlehre begann, dann u.a. Theologie studierte und jetzt als Konsul in New York tätig ist und Prof. Michael Succow, der für sein enormes Engagement zum Erhalt natürlicher Lebensräume und zum nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen bekannt und vielfach ausgezeichnet ist.
Neben meinen Moderationen für Wirtschaft und Unternehmen oder die Ministerien des Bundes oder der Länder zu Zukunfts-Themen wie Digitalisierung, Transformation der Gesellschaft, modernes Leben und Arbeiten, Mobilität und Vernetzung ist so ein Thema mal eine willkommene Abwechslung.
Es gibt Einblicke in unsere Geschichte und fordert zugleich heraus, mit ebendieser zukunftsweisend umzugehen.