Ich, Punk der Stadtentwicklungspolitik?

Fotos © Milena Schlösser

Bereits zum 11. Mal fand -dieses Jahr in Hamburg- der „Bundeskongress für Nationale Stadtentwicklungspolitik“ statt, den ich erneut moderieren durfte. Wirklich spannend, wenn man über einen langen Zeitraum die Entwicklung der Philosophie und Praxis zum Wohnen, Leben und Arbeiten in der Stadt oder auf dem Land mitverfolgen darf sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene. Prägend ist nach wie vor die Leipzig-Charta, die vor 10 Jahren (2007) verabschiedet wurde als Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft hatte und deren Ziel es ist, europäische Städte als Ankerpunkte und Vorbilder für menschen- und umweltgerechtes Leben zu gestalten als Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern und Kommunen. Die Herausforderungen dabei sind natürlich riesig und wie so oft geht es dann um die Schlagworte: Digitalisierung, Mobilität, Demografischer Wandel, Wachsen oder Schrumpfen, bezahlbarer Wohnraum, Globalisierung, Integration und Teilhabe, Klimawandel, Nachnutzung, Belebung von Brachen usw.. Kurz: Wie wollen wir oder wie werden wir in Zukunft leben? Neben der Bundesministerin setzen auch renommierte Fachleute sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Planung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ihre Impulse, wobei auch das Zukunftsthema „Smart Cities“ und die Gestaltung des digitalen Wandels in der Stadt und auf dem Land dominante Themen auf dem Kongress waren. Am Abend des ersten Tages sorgte die Preisverleihung zum bürgerschaftlichen Engagement im ländlichen Raum für viele fröhliche Momente und da ich es diesbezüglich mit Frisur und Kleidung etwas lockerer anging, wurde ich just zum „Punk der Stadtentwicklungspolitik“ gekürt. 😉 Höhepunkt am zweiten Tag war der Vortrag von Jan Gel aus Kopenhagen, der seit über 60 Jahren der Frage nachgeht, wie wir unsere Lebensorte wieder menschlich machen können und statt Platz für Autos mehr Platz zum Leben und Genießen bekommen. Besonders eindrücklich waren die Fotos, die er weltweit gesammelt hat über Absurditäten des Daseins – so zum Beispiel die, das ausgerechnet eine Rolltreppe zum Fitnessstudio führt.