Digitale Zukunftswelten und der Blick ins Jahr 2030

Auch nach den vielen Jahren als Moderatorin macht es mir immer wieder Spaß, mein Publikum zu begeistern. So auch an den beiden Kongresstagen für den VDI/VDE-IT und das BMBF zur „Digitalen Zukunft“. Die Veranstaltung an sich war anspruchsvoll u.a. mit vier Key-Notes und etlichen Workshop-Einheiten, über die dann im Plenum berichtet und diskutiert wurde.

Da raucht auch mir schon während der Vorbereitung der Schädel und es braucht etwas Hirnschmalz bis klar ist, wie man die vielen Anliegen und Bausteine und Ziele der Auftraggeber zu einem gelungenen Ganzen gestalten kann. Aber die vielen tollen Feedbacks der TeilnehmerInnen und das große Lob für eine inspirierende Moderation geben mir immer wieder Energie und Motivation, so dass ich am Ende ganz glücklich bin, einen so wunderbaren Beruf zu haben.

Inhaltlich findet sich viel Interessantes zur Tagung über die folgenden Links (vdivde-it.de oder www.bmbf.de oder www.bmbf.de)

Von mir dazu nur so viel: Die Zeiten der Universalgelehrten (16./17. Jahrhundert), in denen man ein Lexikon voll Wissen im Kopf hatte und damit alles wusste, was man seinerzeit von der Welt wissen konnte, sind vorbei. Wir leben im Zeitalter der Wissensexplosion und hier schlagen Computer und Roboter uns Menschen im Ausspucken von Daten und Fakten. Wichtig wird daher, was ich als Mensch überhaupt noch wissen muss. Wo ich das finde und wer oder was mich dabei unterstützen kann.

Auch für die Hochschulen hat die Digitalisierung natürlich Folgen: die Lehre muss individualisiert werden (vielfältige und adaptierte Lernangebote) und ent-institutionalisiert (Peer2Peer-Universitäten, Bibliotheken als Makerspaces).

Herausragend war für mich die Begegnung mit dem humanoiden Roboter „NAO“, der sprechen, nachdenken und tanzen kann und auch das Alter schätzen. Während er seinen Professoren-Papa, Jürgen Handke (einen der Vorreiter der zeitgemäßen Lehre und digitaler Formate im Uni-Betrieb), auf 69 schätzte (er ist jünger) – gab er mein Alter mit 31 Jahren an. Besser geht`s nicht! Danke NAO! www.project-heart.de

Ein Fazit lässt sich so zusammenfassen: Es braucht Forschung, aber es braucht auch Räume zum Ausprobieren, mit der Option scheitern zu dürfen und daraus zu lernen. Empirische Erhebungen sind gut, aber man muss auch ins Tun kommen. Digitalisierung ist aufwendig und teuer, aber sie lohnt sich. Digital geht auch nicht mehr weg – wir müssen eher sehen, dass wir hinterher kommen. Wichtig sind nicht allein die Formate, wichtig ist, den Bedarf und die Bedürfnisse der nachwachsenden Generation zu erfassen und Lernen und Lehre anzubinden an die Alltagswirklichkeit.
Ach ja und dann kam am Ende der Tagung in einer letzten Pause noch die Frage an mich, ob ich eine „Professionelle“ sei? Das wäre ja so toll mit mir. Meine Moderationen seien so schön, da würde man gar nicht einschlafen. Na dann, danke für die kreative Arbeitsbeschreibung ;-)!