Debatte in der Bank für Sozialwirtschaft

Die sogenannte „Flüchtlingskrise“ 2015/2016 hat uns gezeigt, wie wenig wir vorbereitet sind auf die weltweiten Flüchtlingsströme. Dabei schätzt zum Beispiel allein die UNO-Flüchtlingshilfe, dass weltweit 60 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Wir hier in Deutschland wissen oft gar nicht zu schätzen, wie gut es uns geht und dass ausgerechnet wir zu den 10% der Weltbevölkerung gehören, die im Vergleich zu den Elendsvierteln der Erde oder den Nöten in Kriegsgebieten sehr gut versorgt sind. Lassen wir andere teilhaben an unserem guten Leben oder gehen wir in Konkurrenz, reagieren futterneidisch? Auch darum ging es in der Debatte mit der Berliner Senatorin für Integration, Soziales und Arbeit (Elke Breitenbach) zusammen mit Vertretern wichtiger Sozialverbände (auf dem Podium: Dr. Gabriele Schlimper – Der Paritätische, Christian Thomes – Caritasverband, Friedrich Kiesinger – Pegasus und Gerald Saathoff – Mittelhof). Alle erzählten tief bewegt von dem beeindruckenden Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, aber auch der Einsatzbereitschaft der Geflüchteten, die froh sind, wenn sie etwas beitragen dürfen und beschäftigt werden. Nachdem in den ersten Bewältigungsmonaten vieles auf Zuruf passierte und eher provisorisch war (dabei aber auch Freiraum zur Gestaltung bot), fürchten die Sozialträger nun eine Phase der Bürokratisierung und zunehmenden Regulierung durch die Verwaltungen. Ein offener Dialog tat daher Not, damit die Zusammenarbeit auch in Zukunft Hand in Hand gehen kann. Wobei es immer eine Differenz geben wird zwischen sozialer Arbeit basierend auf menschlichen Werten und betriebswirtschaftlich durchgestylten Verhältnissen. Gemeinsam eine „Willkommenskultur“ zu leben, sollte daher weiterhin das Leitmotiv sein.